Bewertung im Recht

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Stichtagsprinzip/Wurzeltheorie

Unternehmensbewertung im Spruchverfahren: Nichtberücksichtigung eines Ereignisses mit geringer Eintrittswahrscheinlichkeit

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Prof. Dr. Behzad Karami

Leitsatz: Es kann mit der sog. Wurzeltheorie vereinbar sein, ein am Bewertungsstichtag bereits angelegtes Ereignis, dessen Eintrittswahrscheinlichkeit zwar sehr gering, aber nicht gleich Null ist, vollständig bei der Ertragsplanung und damit der Unternehmensbewertung unberücksichtigt zu lassen.

I. Sachverhalt

Gegenstand des Spruchverfahrens war der in der Hauptversammlung vom 24.03.2011 beschlossene Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag (BGAV) der P&I Personal & Informatik AG (nachstehend: P&I) als beherrschte Gesellschaft. Der BGAV, der am 09.09.2011 in das Handelsregister eingetragen wurde, sah...

Rückwirkende Anwendung neuer Bewertungsstandards? - Anmerkungen zum Beschluss des OLG Düsseldorf vom 28.08.2014 (I-26 W 9/12)

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Sachverhalt:
Dem Sachverhalt liegt der Ausschluss der Minderheitsaktionäre nach § 327a ff. AktG (Squeeze-out) bei der Stinnes AG zu Grunde, der von der zum Deutschen Bahn-Konzern gehörenden Hauptaktionärin, die DB Sechste Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, vollzogen und am 9. Mai 2003 in das Handelsregister eingetragen wurde. Die Hauptaktionärin hatte die Barabfindung zunächst auf 39,85 EUR je Stinnes-Aktie festgelegt. Gleichwohl wurde diese vom LG Dortmund im Spruchverfahren auf 57,77 EUR je Stinnes-Aktie, also um rund 45% angehoben (Beschluss...