Bewertung im Recht

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Fachportal für Bilanz- und Gesellschaftsrechtliche Bewertungsfragen

IDW S 1

Zur (zunehmenden) Bedeutung von Hedgefonds in Übernahmeprozessen: eine fallstudienorientierte Untersuchung mit bewertungstheoretischen Anmerkungen

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Prof. Dr. Behzad Karami

In jüngerer Zeit treten Hedgefonds auch in Deutschland vermehrt im Rahmen von öffentlichen Übernahmeangeboten mit anschließenden Konzernierungs- bzw. Strukturmaßnahmen auf. Ins Blickfeld medialer Aufmerksamkeit sind diese Marktakteure vor allem durch spektakuläre Übernahmefälle, darunter Demag Cranes, Celesio, Kabel Deutschland oder jüngst Stada, gerückt. Hedgefonds werden einerseits regelmäßig als aktivistische Investoren („Activist Shareholders“) desavouiert. Andererseits wird ihnen aber auch eine Vorreiterrolle beim Schutz von Kleinaktionären vor möglichen Vermögensnachteilen zugesprochen. Angesichts der zunehmenden Bedeutung von „Event Driven“-Strategien lohnt...

Stand und (Weiter-)Entwicklung der rechtsgeprägten Unternehmensbewertung – Eine kritische Bestandsaufnahme vor dem Hintergrund der Dominanz des IDW und der jüngsten Rechtsprechung des OLG Zweibrücken vom 06.09.2016 (9 W 3/14)

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Prof. Dr. Behzad Karami

Prolog

Der Geltungsanspruch privat gesetzter Normen des IDW ist in den letzten Jahren verstärkt in das Blickfeld der wissenschaftlichen Diskussion gerückt. In diesem Beitrag steht der IDW-Standard 1 im Zentrum. Er enthält jene Grundsätze zur Anteils- und Unternehmensbewertung, die (nicht nur) in der Bewertungspraxis der Wirtschaftsprüfer beachtet werden. Unbeschadet der Tatsache, dass es sich allgemein bei IDW-Standards nicht um Rechtsnormen handelt, kommt dem IDW S 1 eine hohe Ausstrahlwirkung auf die Entscheidungen der Gerichte in Spruchverfahren zu....

Transparente und konsistente Abbildung von Konvergenzprozessen in der Unternehmensbewertung – zugleich kritische Anmerkungen zur aktuellen Bewertungspraxis am Beispiel der Wertermittlung der Wincor Nixdorf AG

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Prof. Dr. Behzad Karami

Prolog

Wird in Bewertungsgutachten auf die Planungsrechnung Bezug genommen, steht primär die Darstellung und Erläuterung der sog. Detailplanungsphase im Zentrum, obgleich diese „lediglich“ die ersten drei bis fünf Jahre des Planungshorizonts ausmacht. Das ist insofern bedenklich, als nach gängiger Praxis einerseits der Anteil des Barwerts des nachhaltigen Ergebnisses am ermittelten Unternehmenswert regelmäßig deutlich über 70% (!) ausmacht und andererseits – gerade wegen dieser Erkenntnis – in Bewertungsgutachten die Herleitung des nachhaltigen Ergebnisses nach wie vor...

Unternehmensbewertung in der Rechtsprechung – Quo vadis?

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Prof. Dr. Behzad Karami

I. Zielsetzung
Spruchverfahren haben in der aktienrechtlichen Praxis der letzten Jahre an Zahl und Bedeutung stetig zugenommen. Ihre wissenschaftliche Durchdringung hat damit nicht immer Schritt gehalten. Insofern war es Ziel des 3. Symposiums Unternehmensbewertung in der Rechtsprechung, abseits von Schriftsätzen und Gerichtssälen aktuell strittige Fragen in der Unternehmensbewertung zu diskutieren. Die nachfolgenden Ausführungen stellen nicht den Versuch dar, die Diskussionsbeiträge oder die überaus interessanten und graphisch aufbereiteten Abstimmungsergebnisse zu den jeweiligen Themen vollumfänglich wiederzugeben. Dies...

Weshalb sind „echte“ Synergieeffekte im Bilanzrecht quantifizierbar und im Gesellschaftsrecht (scheinbar) nicht?

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Objektivierte Unternehmensbewertung nach IDW S 1 bei aktienrechtlichen Strukturmaßnahmen
Im Zuge von aktienrechtlich motivierten Bewertungsanlässen (etwa Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag, Eingliederung, Squeeze-out – gemäß §§ 304, 305, 319, 327a ff. AktG) können oder müssen Minderheitsgesellschafter ihre Aktienbeteiligung(en) gegen einen „angemessenen“ Preis i. S. einer Abfindung an den Mehrheitsgesellschafter veräußern. Zur Ermittlung der Abfindung ist regelmäßig eine Unternehmensbewertung notwendig. Zwar schreibt das Aktiengesetz keine Bewertungsmethode vor, gleichwohl dominiert bei aktienrechtlichen Bewertungsanlässen in der Gutachterpraxis die sog....

Zur Erhöhung der (überhöhten) Marktrisikoprämie vor dem Hintergrund der Finanz- und (Staats-)Schuldenkrise

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Prof. Dr. Behzad Karami

(Bröckelnde) Dominanz des IDW S 1 in der Rechtsprechung

Ein richtiger Unternehmenswert ist ein zweckgerechter Wert (Matschke/Brösel, Unternehmensbewertung 2013). Wird diese Feststellung in die Sprache der in Spruchverfahren tätigen Sachverständigen, nahezu ausschließlich Wirtschaftsprüfer, übersetzt, bedeutet dies, dass im Rahmen von gesellschaftsrechtlichen Strukturmaßnahmen der zweckgerechte Wert – unbeschadet der fortwährenden Kritik aus dem fundierten Schrifttum – dem sog. objektivierten Unternehmenswert entspricht. Beim objektivierten Unternehmenswert handelt es sich um ein von den betriebswirtschaftlichen Erkenntnissen abweichendes Wertkonzept, das aus...

Rückwirkende Anwendung neuer Bewertungsstandards? - Anmerkungen zum Beschluss des OLG Düsseldorf vom 28.08.2014 (I-26 W 9/12)

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Sachverhalt:
Dem Sachverhalt liegt der Ausschluss der Minderheitsaktionäre nach § 327a ff. AktG (Squeeze-out) bei der Stinnes AG zu Grunde, der von der zum Deutschen Bahn-Konzern gehörenden Hauptaktionärin, die DB Sechste Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, vollzogen und am 9. Mai 2003 in das Handelsregister eingetragen wurde. Die Hauptaktionärin hatte die Barabfindung zunächst auf 39,85 EUR je Stinnes-Aktie festgelegt. Gleichwohl wurde diese vom LG Dortmund im Spruchverfahren auf 57,77 EUR je Stinnes-Aktie, also um rund 45% angehoben (Beschluss...