Bewertung im Recht

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Squeeze-out angekündigt: VW wird Audi von der Börse nehmen
28.02.2020

Der Volkswagen-Konzern will die Minderheitsaktionäre der Tochter Audi in einem Squeeze-out-Verfahren aus dem Unternehmen drängen. Die Wolfsburger haben der Audi AG das förmliche Verlangen übermittelt, die Aktien der Minderheitsaktionäre gegen eine „angemessene Barabfindung“ auf die Volkswagen AG zu übertragen, wie Volkswagen mitteilte. Der VW-Konzern besitzt bereits 99,6 % der Audi-Aktien. In der nächsten ordentlichen Hauptversammlung von Audi soll der Übertragungsbeschuss gefasst werden. Die Versammlung soll auf einen Termin im Juli oder August verschoben werden.

TRATON SE beabsichtigt Durchführung eines verschmelzungsrechtlichen Squeeze-out der Minderheitsaktionäre der MAN SE
28.02.2020

Der Vorstand der TRATON SE hat dem Vorstand der MAN SE seine Absicht mitgeteilt, die MAN SE als übertragenden Rechtsträger auf die TRATON SE als übernehmenden Rechtsträger zu verschmelzen, um die Gesamtkonzernstruktur der TRATON GROUP zu optimieren. Der Vorstand der TRATON SE hat vorgeschlagen, mit dem Vorstand der MAN SE Verhandlungen über einen Verschmelzungsvertrag aufzunehmen. Im Zusammenhang mit der Verschmelzung der MAN SE auf die TRATON SE hat der Vorstand der TRATON SE des Weiteren gemäß § 62 Abs. 5 UmwG i.V.m. § 327a Abs. 1 AktG das förmliche Verlangen übermittelt, das Verfahren zur Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre der MAN SE auf die TRATON SE gegen Gewährung einer angemessenen Barabfindung (verschmelzungsrechtlicher Squeeze-out) einzuleiten und die Hauptversammlung von MAN innerhalb von drei Monaten nach Abschluss des Verschmelzungsvertrags über den verschmelzungsrechtlichen Squeeze-out beschließen zu lassen.

Die TRATON SE hat bestätigt, dass sie derzeit 94,36 % des Grundkapitals der MAN SE hält und damit ist die TRATON SE die Hauptaktionärin der MAN SE im Sinne von § 62 Abs. 5 UmwG i.V.m. § 327a Abs. 1 AktG. Die Höhe der angemessenen Barabfindung, die die TRATON SE als Hauptaktionärin den Minderheitsaktionären der MAN SE für die Übertragung der Aktien gewähren wird, steht derzeit noch nicht fest.

comdirect bank AG: Umwandlungsrechtlicher Squeeze-out
26.02.2020

Die COMMERZBANK AG ("Commerzbank") hat dem Vorstand der comdirect bank AG ("comdirect") heute das förmliche Verlangen nach § 62 Abs. 1 und Abs. 5 Satz 1 UmwG i.V.m. §§ 327a ff. AktG übermittelt, das Verfahren zur Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre der comdirect gegen Gewährung einer angemessenen Barabfindung im Zusammenhang mit einer Verschmelzung der comdirect auf die Commerzbank durch Aufnahme (sog. umwandlungsrechtlicher Squeeze-out) durchzuführen und zu diesem Zweck innerhalb von drei Monaten nach Abschluss des Verschmelzungsvertrags die Hauptversammlung der comdirect über die Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre der comdirect beschließen zu lassen. Der Verschmelzungsvertrag wird eine Angabe nach § 62 Abs. 5 Satz 2 UmwG enthalten, wonach im Zusammenhang mit der Verschmelzung ein Ausschluss der Minderheitsaktionäre der comdirect als übertragendem Rechtsträger erfolgen soll. Die Höhe der angemessenen Barabfindung, die die Commerzbank den übrigen Aktionären der comdirect für die Übertragung der Aktien gewähren wird, wird die Commerzbank zu einem späteren Zeitpunkt mitteilen.

Die Commerzbank hat bestätigt, dass sie eine Beteiligung von rund 90,29% am Grundkapital der comdirect hält und damit Hauptaktionärin i.S.d. § 62 Abs. 5 Satz 1 UmwG ist. Das Wirksamwerden des umwandlungsrechtlichen Squeeze-out hängt noch von dem zustimmenden Beschluss der Hauptversammlung der comdirect und der Eintragung des Übertragungsbeschlusses und der Verschmelzung in das Handelsregister des Sitzes der Commerzbank bzw. der comdirect ab.

Aktienrechtlicher Squeez-out: WORLD HOTELS Aktiengesellschaft
10.02.2020

Die Barabfindung in Höhe von EUR 141.195,32 wurde von BV Acquisitions auf der Grundlage einer durch die WP-Gesellschaft Ebner Stolz durchgeführten Unternehmensbewertung festgelegt. Die Angemessenheit der Barabfindung wurde durch die WP-Gesellschaft I-Advise AG als sachverständiger Prüfer geprüft, die auf Antrag der BV Acquisitions vom Landgericht Frankfurt am Main gemäß § 327c Abs. 2 Sätze 2-4 AktG ausgewählt und durch Beschluss vom 09.07.2019 bestellt wurde. I-Advise hat die Angemessenheit der Barabfindung bestätigt.

Der Energieversorger E.ON hat die Höhe der Barabfindung für die verbliebenen innogy-Minderheitsaktionäre auf 42,82 Euro je innogy-Aktie festgelegt.
17.01.2020

Bereits im September 2019 hatte E.ON angekündigt, eine Verschmelzung der innogy SE auf die E.ON Verwaltungs SE per Squeeze-out vorzunehmen. E.ON hälz über die Tochtergesellschaft E.ON Verwaltungs SE 90 % aller innogy-Aktien.

Der Abschluss des Verschmelzungsvertrags ist für den 22. Januar 2020 geplant. Die außerordentliche Hauptversammlung von innogy, die den Beschluss über die Übertragung der innogy-Aktien der verbliebenen Minderheitsaktionäre fassen soll, finde voraussichtlich am 4. März 2020 statt. E.ON und RWE hatten bereits Mitte März 2018 einen Tausch ihrer Geschäftsfelder öffentlich angekündigt. Bei der Transaktion gibt RWE 76,8 % der innogy-Anteile an E.ON ab und überweist zusätzlich 1,5 Milliarden Euro. Im Gegenzug erhält der Essener Konzern die Ökostromproduktion von E.ON und innogy. Zugleich sichert sich RWE eine 16,7-prozentige Minderheitsbeteiligung an dem langjährigen Konkurrenten.

Squeeze-out: IC Immobilien Holding AG
01.11.2019

Die E.L.A. Vermögensverwaltung GmbH hat gegenüber der IC Immobilien Holding AG ihr am 01.07.2019 gemäß § 327a Abs. 1 AktG gestelltes Verlangen, die Hauptversammlung der IC Immobilien Holding AG über die Übertragung der Aktien der übrigen Aktionäre (Minderheitsaktionäre) der IC Immobilien Holding AG auf die E.L.A. Vermögensverwaltung GmbH als Hauptaktionärin gegen Gewährung einer angemessenen Barabfindung beschließen zu lassen, bestätigt und konkretisiert.
Die E.L.A. Vermögensverwaltung GmbH hat hierbei die Barabfindung für die Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre der IC Immobilien Holding AG auf die E.L.A. Vermögensverwaltung GmbH auf EUR 7,19 je auf den Inhaber lautender Stückaktie der IC Immobilien Holding AG festgelegt. Über den Squeeze-out soll in einer noch einzuberufenden außerordentlichen Hauptversammlung der IC Immobilien Holding AG Beschluss gefasst werden, die voraussichtlich am 17.12.2019 stattfinden wird.

Aktualisierte Kapitalkostenempfehlungen des FAUB
23.10.2019

Der Fachausschuss für Unternehmensbewertung und Betriebswirtschaft (FAUB) des IDW hat seine  Kapitalkostenempfehlungen vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung auf den Kapitalmärkten angepasst. Hintergrund ist die bislang einmalige Situation, dass die Zinsstrukturkurve unter Verwendung der Svensson-Methode nahezu über die gesamte Laufzeit von 30 Jahren im negativen Bereich verläuft. Der auf der Grundlage für Zwecke der Unternehmensbewertung abgeleitete Schätzwert für den risikolosen Zinssatz liegt damit erstmals faktisch bei null Prozent; ein Absinken in den negativen Bereich wird in absehbarer Zeit für möglich gehalten.

Vor dem Hintergrund der Gesamtmarktsituation, die vor allem auch durch eine Zinsstrukturkurve im negativen Bereich geprägt ist, hat der FAUB in seiner Sitzung am 22.10.2019 beschlossen, seine Empfehlung für die Marktrisikoprämie vor persönlichen Steuern von 5% bis 7% auf 6% bis 8 % anzuheben. Damit hat sich der FAUB tendenziell am unteren Ende beobachtbarer Gesamtrenditen orientiert und möchte damit der Möglichkeit Rechnung tragen, dass diese im Zeitverlauf weiter leicht nachgeben könnten.

AVW Immobilien AG: Squeeze-out nach § 327a Abs. 1 Satz 1 AktG
23.10.2019

Herr Frank H. Albrecht hat als Hauptaktionär mit dem Schreiben vom 26. August 2019 gegenüber dem Vorstand der Gesellschaft das Verlangen gestellt, die Hauptversammlung der Gesellschaft über die Übertragung der Aktien der übrigen Aktionäre (Minderheitsaktionäre) der Gesellschaft auf ihn als Hauptaktionär gegen Gewährung einer angemessenen Barabfindung in Höhe von 1,58 EUR gemäß des Verfahrens zum Ausschluss von Minderheitsaktionären nach §§ 327a ff. AktG beschließen zu lassen.

Die Angemessenheit der Barabfindung wurde durch die Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, als durch das Landgericht Hamburg mit Beschluss vom 28. August 2019 (Aktenzeichen 412 HKO 65/19) gemäß § 327c Abs. 2 Satz 3 AktG gerichtlich ausgewählten und bestellten sachverständigen Prüfer für die Prüfung der Angemessenheit der Barabfindung geprüft und bestätigt.

E.ON kündigt Ausschluss der verbliebenen Minderheitsaktionäre der innogy SE an
04.09.2019

E.ON hat dem innogy-Vorstand heute seine Absicht mitgeteilt, unmittelbar nach Freigabe der Übernahme der von RWE und von anderen Aktionären im Rahmen des freiwilligen Übernahmeangebots erworbenen innogy-Aktien durch die EU-Kommission, das Unternehmen voll in den E.ON-Konzern zu integrieren. Dies soll durch eine Verschmelzung der innogy SE auf die E.ON Verwaltungs SE unter Ausschluss der verbliebenen Minderheitsaktionäre der innogy SE gegen Leistung einer angemessenen Barabfindung gemäß § 62 Abs. 5 UmwG (sog. "umwandlungsrechtlicher Squeeze-out") erfolgen.

Zunächst wird E.ON mit dem Vollzug des Anteilskaufvertrages knapp 76,8 Prozent aller innogy-Aktien von RWE erwerben, mit dem Vollzug des Übernahmeangebots weitere gut 9,4 Prozent. Zusammen mit den zwischenzeitlich durch E.ON börslich erworbenen innogy-Aktien in Höhe von knapp 3,8 Prozent wird E.ON über die E.ON Verwaltungs SE, eine E.ON-Konzerngesellschaft, insgesamt 90 Prozent aller innogy-Aktien halten und erfüllt damit die notwendigen Voraussetzungen für den umwandlungsrechtlichen Squeeze-out.

Squeeze-out: Weber & Ott AG
17.07.2019

Die ordentliche Hauptversammlung der Weber & Ott AG findet am Mittwoch, 28. August 2019 statt. Die Hauptaktionären, RSL Investment GmbH, verlangt die Beschlussfassung über ein Squeeze-out gegen Gewährung einer Barabfindung in Höhe von EUR 8,95 je Stückaktie.