Bewertung im Recht

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Soll bei der Ermittlung von Unternehmenswerten mittels Ertragswertverfahren das bestehende Unternehmenskonzept maßgeblich sein?

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Soll bei der Ermittlung von Unternehmenswerten mittels Ertragswertverfahren das bestehende Unternehmenskonzept maßgeblich sein?

Nach Hüttemann entspricht der für das gesellschaftsrechtliche Abfindungsrecht maßgebliche Unternehmenswert einem fiktiven Verkehrswert, der zum einen vom Standpunkt eines gedachten Unternehmenserwerbers zu ermitteln ist und zum anderen den Preis kennzeichnet, der bei einer bestmöglichen Verwertung des Gesellschaftsvermögens erzielt werden könnte. Demnach ist unter dem Grundsatz der bestmöglichen Verwertung eine strikte Orientierung am vorhandenen (unter Umständen suboptimalen) Unternehmenskonzept ("stand-alone-Prinzip") - wie vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) gefordert - immer dann abzulehnen, wenn eine alternative wirtschaftlich vorteilhafte Unternehmenspolitik z. B. eine erfolgsversprechende Fusion, von einem Erwerber realisiert werden könnte.