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Sollen Peer-Group-Betas bei Squeeze-out-Unternehmen herangezogen werden?

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Sollen Peer-Group-Betas bei Squeeze-out-Unternehmen herangezogen werden?

Auf Pee-Group-Betas wird in der Gutachterpraxis der Wirtschaftsprüfer gewöhnlich immer dann zurückgegriffen, wenn der individuelle Beta-Faktor des zu bewertenden Unternehmens nahe Null ist. Dahinter steht die Überlegung, dass bei Squeeze-out-Unternehmen aufgrund des geringen Streubesitzes bzw. Handelsvolumens von max. 5% das unternehmensindividuelle Beta keine Aussagekraft besitzt. Als weitere Rechtfertigung wird ein geringes Bestimmtheitsmaß  ins Feld geführt. Nach Ehrhardt/Nowak ist eine solche methodische Vorgehensweise nicht gerechtfertigt. Zum einen existieren Verfahren zur Schätzung des Betas-Faktors bei unregelmäßigem Aktienhandel. Zum anderen wird auch auf Basis dieser Verfahren ein sehr geringes Beta bei Squeeze-out-Unternehmen ermittelt. Insofern führt die Verwendung von Peer-Group-Betas systematisch zu geringeren Unternehmenswerten und damit Barabfindungsangeboten.