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Nutzungswert versus beizulegender Zeitwert abzüglich Verkaufskosten ("Nettoveräußerungswert"): Fehletikettierung?

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Nutzungswert versus beizulegender Zeitwert abzüglich Verkaufskosten ("Nettoveräußerungswert"): Fehletikettierung?

Nach IAS 36 ist der Buchwert eines Vermögenswertes/einer ZGE mit seinem erzielbaren Betrag, welcher der höhere Betrag aus Nutzungswert und Nettoveräußerungswert ist, zu vergleichen. Bei der Ermittlung des Nutzungswertes ist auf ein Barwertkalkül zurückzugreifen, wobei IAS 36.44, 36.50 restriktive Vorgaben macht. So dürfen bei der Ermittlung der künftigen Zahlungsüberschüsse Restrukturierungen und Erweiterungsinvestitionen nicht berücksichtigt werden; auch dürfen weder Ertragssteuern noch Finanzierungstätigkeiten Eingang in die Cahsflows bzw. den Diskontierungszinssatz finden. Diese restriktiven Vorgaben veranlassen die Bilanzierungspraxis - sofern kein aktiver Markt i. S. des IFRS 13 besteht (was häufig der Fall ist) - die Barwertmethode zur Berechnung des Nettoveräußerungswerts einzusetzen, zumal die Vorgaben hier weniger restriktiv sind. Wenn solche (bilanzpolitischen) Spielräume genutzt werden können, stellt sich aber die Frage nach der Sinnhaftigkeit des IAS 36.