Bewertung im Recht

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Blog - Unternehmensbewertung

Unternehmensbewertung in der Rechtsprechung – Quo vadis?

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Prof. Dr. Behzad Karami

I. Zielsetzung
Spruchverfahren haben in der aktienrechtlichen Praxis der letzten Jahre an Zahl und Bedeutung stetig zugenommen. Ihre wissenschaftliche Durchdringung hat damit nicht immer Schritt gehalten. Insofern war es Ziel des 3. Symposiums Unternehmensbewertung in der Rechtsprechung, abseits von Schriftsätzen und Gerichtssälen aktuell strittige Fragen in der Unternehmensbewertung zu diskutieren. Die nachfolgenden Ausführungen stellen nicht den Versuch dar, die Diskussionsbeiträge oder die überaus interessanten und graphisch aufbereiteten Abstimmungsergebnisse zu den jeweiligen Themen vollumfänglich wiederzugeben. Dies...

Weshalb sind „echte“ Synergieeffekte im Bilanzrecht quantifizierbar und im Gesellschaftsrecht (scheinbar) nicht?

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Objektivierte Unternehmensbewertung nach IDW S 1 bei aktienrechtlichen Strukturmaßnahmen
Im Zuge von aktienrechtlich motivierten Bewertungsanlässen (etwa Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag, Eingliederung, Squeeze-out – gemäß §§ 304, 305, 319, 327a ff. AktG) können oder müssen Minderheitsgesellschafter ihre Aktienbeteiligung(en) gegen einen „angemessenen“ Preis i. S. einer Abfindung an den Mehrheitsgesellschafter veräußern. Zur Ermittlung der Abfindung ist regelmäßig eine Unternehmensbewertung notwendig. Zwar schreibt das Aktiengesetz keine Bewertungsmethode vor, gleichwohl dominiert bei aktienrechtlichen Bewertungsanlässen in der Gutachterpraxis die sog....

Zur Erhöhung der (überhöhten) Marktrisikoprämie vor dem Hintergrund der Finanz- und (Staats-)Schuldenkrise

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(Bröckelnde) Dominanz des IDW S 1 in der Rechtsprechung

Ein richtiger Unternehmenswert ist ein zweckgerechter Wert (Matschke/Brösel, Unternehmensbewertung 2013). Wird diese Feststellung in die Sprache der in Spruchverfahren tätigen Sachverständigen, nahezu ausschließlich Wirtschaftsprüfer, übersetzt, bedeutet dies, dass im Rahmen von gesellschaftsrechtlichen Strukturmaßnahmen der zweckgerechte Wert – unbeschadet der fortwährenden Kritik aus dem fundierten Schrifttum – dem sog. objektivierten Unternehmenswert entspricht. Beim objektivierten Unternehmenswert handelt es sich um ein von den betriebswirtschaftlichen Erkenntnissen abweichendes Wertkonzept, das aus...

Rückwirkende Anwendung neuer Bewertungsstandards? - Anmerkungen zum Beschluss des OLG Düsseldorf vom 28.08.2014 (I-26 W 9/12)

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Sachverhalt:
Dem Sachverhalt liegt der Ausschluss der Minderheitsaktionäre nach § 327a ff. AktG (Squeeze-out) bei der Stinnes AG zu Grunde, der von der zum Deutschen Bahn-Konzern gehörenden Hauptaktionärin, die DB Sechste Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, vollzogen und am 9. Mai 2003 in das Handelsregister eingetragen wurde. Die Hauptaktionärin hatte die Barabfindung zunächst auf 39,85 EUR je Stinnes-Aktie festgelegt. Gleichwohl wurde diese vom LG Dortmund im Spruchverfahren auf 57,77 EUR je Stinnes-Aktie, also um rund 45% angehoben (Beschluss...

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